Begriffsverständnis

Die folgenden Begriffsdefinitionen sind von mir und geben mein Begriffsverständnis wieder. Demnächst folgen weitere Begriffsdefinitionen.

 

Eine Nullschwelle

ist ein tatsächlich barrierefreier also hindernisfreier Übergang zwischen innen und außen, ohne Sturz- und Stolpergefahren. Nullschwellen bieten das optimalste Erscheinungsbild, mit der idealsten Ergonomie, der ausgefeiltesten Gebrauchstauglichkeit und dem bestmöglichen Universal Design.

 

Eine sichtbare Schwelle 

ist für mich eine unschöne Anschwellung von etwas technisch nicht mehr benötigtem aber menschlich und ästhetisch sehr schädlichem. Fehlerhafte Anschwellungen, an denen nur der Schmutz und man selber daran hängen bleiben kann, behindern, gefährden und verhindern grundlos Gebrauchstauglichkeit von Architektur.

 

Eine nicht sichtbare Schwelle

Aber auch fehlende und unverzichtbare Ausstattungen wie z.B. Handläufe an Treppen, können eine Schwelle darstellen. Zahlreiche ältere Menschen wohnen aktuell in Geschosswohnungsbauten ohne Aufzug. Insbesondere im Alter können Treppen ohne Handlauf ein nicht kalkulierbares Sturzrisiko darstellen. Ein derartiger Ausstattungsmangel führt schnell zu einer unüberwindbare Schwelle.

 

Barrierefreiheit

Barrierefrei ist grundsätzlich ein sehr positiver Begriff – frei von jeglichen Barrieren oder Hindernissen. Wer möchte schon leben in Räumen, in welchen er beständig Hindernisse überwinden muss oder unnötigen Gefahren ausgesetzt ist. Leider wird bis heute der Begriff Barrierefreiheit oft missbraucht. Oft steht bei barrierefreien Gebäuden „barrierefrei drauf ohne auch tatsächlich drin zu sein“. Das hat dem Begriff sehr geschadet.

 

Barrierefrei nach DIN 18040?!

Die Norm für Barrierefreiheit hat einiges Positives bewirkt, aber auch große Nachteile. In der DIN 18040 Teil 1 für öffentlich zugängliche Gebäude und Teil 2 für das Wohnen fehlt eine ganz grundsätzliche Konsequenz: schwellenfreie Duschen und schwellenfreie Türen. Bei den Duschen erlauben beide Normenteile der DIN 18040 bis zu 2 cm hohe Schwellen – das ist im Neubau technisch längst nicht mehr notwendig! Bei den Türen hat der fragwürdig aufgeführte Sonderfall der bis zu 2 cm hohen Türschwellen zu einem fast flächendeckenden technisch überholten Regelfall der 1 –  2 cm hohen Türschwellen geführt. 1 – 2 cm hohe Schwellen, egal ob bei Duschen oder bei Türen sind jedoch nicht barrierefrei und auch nicht sturzpräventiv.

 

Bewegungsflächen

Beispielsweise Rollatoren, Rollstühle, Walker und Kinderwägen benötigen Bewegungsflächen. Wie bedeutend Bewegungsflächen sein können, habe ich bereits als 16-Jährige erlebt, als ich an Freizeiten für Menschen mit und ohne Behinderung mitwirkte. Freunde von mir, die einen Rollstuhl benutzten, mussten bei Diskobesuchen auf dem Boden robbend zur Toilette, weil in diesen keine Bewegungsflächen vorhanden waren. Bewegungsflächen sind insbesondere bei der Verwendung von Assistenzsystemen bzw. Hilfsmitteln unverzichtbar. Selbst Eltern mit Kinderwägen sind beim öffentlichen Toilettengang auf Bewegungsflächen in Toiletten angewiesen, wenn sie ihre Babys und Kleinkinder mit in die Toilette nehmen möchten. Auch in Bädern sind ausreichend Bewegungsflächen unverzichtbar, um diese mit Assistenzsystemen überhaupt nutzen zu können. Damit außerdem in Schlaf- und Wohnräumen ausreichend Bewegungsflächen vorhanden sind, gilt es diese beim barrierefreien bzw. universell designten Bauen im Vorfeld genau durchzuplanen.

Tipps zu platzsparenden und damit „bewegungsraumsparenden“ Wäscheständern gibt es hier!

 

Bewegungsräume

Neben den Bewegungsflächen werden dreidimensionale Bewegungsräume benötigt. Alle Durchgänge oder Türen z.B. sollten auch für Menschen mit Großwuchs gut nutzbar sein. Und bei Tischen und Waschbecken gilt es die Unterfahrbarkeit auch von Nutzern mit Rollstühlen zu gewährleisten.