Schnittstellenkompetenz

Schnittstellenkompetenz gewinnt in der Berufswelt und mit den wachsenden komplexen Anforderungen zunehmend an Bedeutung. Schnittstellenkompetenzen können Menschen vorweisen, die sich mehrere Qualifikationen und berufliche Abschlüsse aus sich fachfremden Sachgebieten angeeignet und erarbeitet haben. Bei mir war es die Heilerziehungspflege und die Architektur. Beide Sachgebiete sind allein für das barrierefreie Planen und Bauen unverzichtbar, für das Universal Design und das inklusive Gestalten noch viel unverzichtbarer. Mit folgenden Definitionen und Schemazeichnungen möchte ich Ihnen dies genauer erläutern:

Definition Schnittstelle

Eine Schnittstelle ist eine Überschneidung fachlicher Anforderungen aus mehreren Professionen: Beim Bauen ist es quasi der Berührungspunkt zwischen Mensch und Bauwerk. (Definition von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle®)

Zeichnung: Ulrike Jocham, Frau Nullschwelle®

Definition Schnittstellenkompetenz

Schnittstellenkompetenzen sind die Kompetenzen, die für die optimale Gestaltung verschiedener Schnittstellen benötigt werden. Beim Bauen ist es die beste ergonomische Ausführung aller Berührungspunkte zwischen Mensch und Bauwerk. (Definition von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle®)

Schnittstellenkompetenzen führen zu Innovationen, Verbesserungen und maßgebenden Qualitätssteigerungen. Dies wird beim Thema Nullschwellen an Außentüren besonders deutlich. Obwohl diese schon seit 1996 mit technisch besseren Leistungen an Hauseingängen und an Terrassen- und Balkontüren machbar sind, werden trotzdem bis immer noch als fragwürdiger Standard Türschwellen und Türanschlagdichtungen verbaut. Zahlreiche monoprofessionelle Schlüsselmultiplikatoren  versäumten, die erreichten technischen Leistungseigenschaften und Einbaubeispiele in der Praxis zu untersuchen, obwohl dies bereits die DIN 18024-2 und die DIN 18025-1 und -2 forderten. Statt dessen wurde und wird teilweise sogar noch bis heute von vielen erfahrungsgemäß ohne Beleg einfach nur behauptet, dass vorhandene Nullschwellen-Techniken nicht funktionieren würden, oder dass ohne Türanschlagdichtung oder Fensterrahmen im Boden Wasser ins Gebäude liefe. Vorhandene Forschungsergebnisse sowie weitere Zahlen, Daten und Fakten, die dies schon längst widerlegen, wurden und werden von diesen Behauptenden schlichtweg ignoriert. Diese Schlüsselmultiplikatoren haben bedeutende professionelle Handlungen versäumt. Sie hätten ihre Behauptungen fachlich fundiert zu belegen müssen. (Achtung: fehlende Schnittstellenkompetenzen aus den Fachbereichen Journalismus und Wissenschaft!!!!) Weiterhin haben die behauptenden Schlüsselmultiplikatoren, die Bedeutung der technischen Innovation Nullschwelle nicht erkannt. (Achtung: fehlende Schnittstellenkompetenz aus Pflege und Heilpädagogik!!!!)

Journalisten und Wissenschaftler wissen, bevor sie behaupten, dass eine Technik nicht funktioniert, sind sie aufgrund ihrer Profession verpflichtet diese Technik zuerst zu überprüfen. Sie müssen z.B. nach Zahlen, Daten und Fakten recherchieren, die belegen, dass ihre Behauptung stimmt. Können sie keine entsprechenden Belege finden, dürfen derartig unbelegte Behauptungen nicht verbreitet werden.

Nullschwellen-Einbaubeispiele gibt es seit 1996. Doch leider wurde über Jahrzehnte versäumt, diese ausreichend zu untersuchen. Statt dessen wurden unbelegte Behauptungen, Nullschwellen würden technisch nicht funktionieren oder gar die DIN-Norm für Bauwerksabdichtung würde den Bau von Türschwellen fordern, verbreitet. Vorhandene Schnittstellenkompetenzen von beteiligten Schlüsselmultiplikatoren aus dem Journalismus oder der Wissenschaft hätten eine derartige Arbeitsweise schon 1996 verhindert.

Im Fachbereich Pflege bedeutet jedes Sturzrisiko am Boden, seien es Kabel, seien es Teppichkanten oder seien es Türschwellen zwischen 1 – 15 cm Höhe eine Gefahr für Leib und Leben. Mögliche Nullschwellen an allen Eingangstüren und an allen Terrassen- und Balkontüren könnten schon seit einen viertel Jahrhundert diese immensen Gefahren für Leib und Leben verhindern.

Im Fachbereich Heilpädagogik steht die Förderung der größtmöglichen Selbstbestimmung und Teilhabe von allen Menschen mit Behinderung als berufliche Aufgaben ganz oben. 1 – 15 cm hohe Türschwellen können von sehr vielen Menschen mit ganz unterschiedlichen „Behinderungsarten“ nicht selbstständig genutzt werden. Da nicht alle Menschen mit Behinderung über eine ausreichende persönliche Assistenz verfügen, die ihnen über 1 – 15 cm hohe Türschwellen hilft, ist statt Teilhabe (Inklusion) Ausgrenzung (Exklusiv) die Folge.

Die längst mögliche Nullschwelle an Außentüren zeigt: Mit Schnittstellenkompetenzen entstehen bessere Ergebnisse und vorhandene Lösungen werden nicht verschenkt, sondern genutzt. Schnittstellenkompetenzen sind genau das, was eine moderne und zukunftsorientierte Berufswelt benötigt!!!

 

Ulrike Jocham - Die Frau Nullschwelle Logo

 

 

Weitere Definitionen: 

Definition von Schnittstellenkompetenz

Schnittstellenkompetenz ist ein Sachverstand zwischen zwei oder mehreren Professionen. Diese an Bedeutung gewinnende Fähigkeit ermöglicht ein ganzheitliches Denken und Arbeiten über die Grenzen der eigenen Disziplin hinaus. Oder einfach ausgedrückt ist Schnittstellenkompetenz das Gegenteil von Scheuklappendenken. (Definition von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle®)

Definition von Ergonomie

Die Ergonomie ist die Optimierung der Schnittstelle zwischen Mensch und Bauwerk oder zwischen Mensch und Assistenzsystem. (Definition von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle®) Genau an dieser Schnittstelle ist Schnittstellenkompetenz unverzichtbar. Es ist technisches und baukonstruktives Wissen genauso wie Wissen aus den Fachbereichen Pflege, Sonderpädagogik und Ergotherapie gefragt.

Mangende Schnittstellenkompetenz beim Türschwellenbau

Die bisher anhaltende Praxis des Schwellenbaus ist vor allem dadurch zu erklären, dass es bisher üblich ist, die verschiedenen Professionsbereiche nebeneinander her arbeiten zu lassen. Eine interdisziplinäre Betrachtung mit Schnittstellenkompetenz zwischen den Professionen Architektur, Pflege und Pädagogik eröffnet jedoch ganz neue Perspektiven, um für innovative Unternehmen Wettbewerbsvorteile und für alle Nutzer von Immobilien eine Qualitätssteigerung zu erzielen. Der demografische Wandel und die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordern Veränderung. Der Baubranche fehlt aktuell z.B. Wissen über die Bedeutung von Sturzprävention, Inklusion, Sozialraumorientierung, Diversity Management, Dezentralisierung von Komplexeinrichtungen und eine wirtschaftlich nachhaltige Finanzierung von Pflege und Assistenz. Die Sozial- und Pflegebranche verfügt über zu wenig Kenntnisse bezüglich Normen, Baurecht, empowernde Assistenzsysteme und technische Realisier- und Finanzierbarkeiten. Die Schnittstelle dazwischen, die Bedeutung von Sturzprophylaxe in der Architektur und die technischen Lösungen, fülle ich mit meinen Qualifikationen aus Architektur, Pflege und Pädagogik. Zusätzlich verstehe ich die Sprache der Techniker und Architekten sowie die Sprache der Sozialen (Pädagogik und Pflege).