Auch im Bestand realisierbar – ohne Bodeneinstand, normgerecht und zuverlässig dicht.

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Der folgende Artikel ist in der Fachzeitschrift GFF, Ausgabe 7-8/2025 erschienen:
https://www.gff-magazin.de/
Barrierefreie Nullschwellen sind längst kein Zukunftsthema mehr – sie sind gelebte Praxis. Und das nicht nur im Neubau: Auch im Bestand lassen sich ergonomische Übergänge an Außentüren ohne aufwendigen Bodeneinstand realisieren. Und Türanschläge? Hier ermöglichen spezielle Renovierungsprofile den Rückbau im Bestand – mit beweglichen Dichtungen statt klassischer Türanschlagdichtungen. Selbst für die Bauwerksabdichtung stehen geeignete Lösungen für solche Renovierungsmaßnahmen bereit. Praxiserprobte Systeme zeigen, wie sichere und langlebige Alternativen zu störenden Türanschlägen aussehen können. Der Mut zur Umsetzung lohnt sich: für mehr Komfort, Sicherheit, Nachhaltigkeit und höchste Kundenzufriedenheit – wie das Praxisbeispiel der Schreinerei G. Sauber aus dem bayerischen Anhausen eindrucksvoll zeigt.
Früher – bis 1996 – war bei Drehflügeltüren als Außentüren eine Anschlagdichtung Standard. Sie sollte den Luftspalt zwischen Türflügel und Boden verschließen. Diese ca. 2 cm hohe Dichtung ist inzwischen technisch überholt und stellt für die Benutzer eine erhebliche Barriere und Stolperfalle dar. Rollator, Rollstuhl, Kinderwagen, Sackkarren – sie alle geraten ins Straucheln oder bleiben hängen. Die Folge: Erschütterungen, bei denen Gläser klirren, Tabletts wackeln und Menschen stolpern oder gar stürzen. Und Stürze können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, nicht nur für ältere Menschen. Wer zu Fuß unterwegs ist, bleibt mit dem Schuh hängen. Wer mit Hilfsmitteln unterwegs ist, steht vor einer echten Hürde. Gerade in der Alten- und Behindertenhilfe sind rund 2 cm hohe Türanschläge schlichtweg ungeeignet. Viele Nutzer kommen nicht drüber. Manche versuchen es – und riskieren gefährliche Stürze. Mit dem Rollator muss angehoben werden, doch dann fehlt der Halt. Mit dem Rollstuhl wird es rückwärts versucht – mit dem Risiko, nach hinten zu kippen und mit dem Hinterkopf hart auf dem Boden aufzuschlagen. Es kam bereits zu schweren Unfällen.
Normgerechte Lösung seit fast 3 Jahrzehnten
Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Auch im Altbau. Und zwar einfach, sicher und normgerecht. Denn die Norm für barrierefreies Bauen, die DIN 18040-1 und -2, fordert auch bei Außentüren barrierefreie Nullschwellen im Neubau als Regelfall (siehe Nullschwellen-Stellungnahme!) und im Bestand dort, wo es technisch möglich ist. Wer jetzt barrierefreie Nullschwellen auch im Altbau umsetzt, ist normativ-rechtlich auf der sicheren Seite – denn bei Nichtumsetzung drohen massive Gefahren für Gesundheit und Leben der Nutzer. Neben dem Schutz vor Haftungsrisiken bringen Nullschwellen zudem echte Lebensqualität in den Alltag.
Bereits 1996 kam eine zukunftsweisende Lösung für Außentüren – inklusive Balkon- und Terrassentüren – auf den Markt: die Magnet-Nullschwelle. Mit beweglichen Magnet-Dichtungen ersetzt sie seither den starren, rund 2 cm hohen Türanschlag – und etablierte mit diesem innovativen Schritt einen neuen technischen Standard, der sich nun seit fast drei Jahrzehnten bewährt. Seitdem überzeugt die Technik in zahlreichen Einbausituationen, egal ob bei geringer, hoher oder extremer Schlagregenbelastung. Auch ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen bietet sie dauerhafte Dichtheit und nachgewiesene Systemsicherheit – im Prüflabor und im langjährigen Praxiseinsatz.
Die Lösung auch im Altbau mit Bodeneinstand

Das industriell vorgefertigte Element verfügt nicht nur über bewegliche Magnet-Dichtungen, sondern auch über ein integriertes Entwässerungssystem, das bei fachgerechter Ausführung eine separate Entwässerungsrinne vollständig ersetzt. Für dieses System ist ein Bodeneinstand von 70 mm bzw. 50 mm erforderlich. Im Neubau lässt sich dieser problemlos einplanen. Doch auch im Bestand finden sich zahlreiche Einbausituationen mit ausreichender Tiefe, um diese bewährte Neubau-Lösung problemlos in Bestandsgebäuden umzusetzen.
Die Lösung für den Altbau ohne Bodeneinstand

Doch was tun, wenn im Altbau kein Bodeneinstand möglich ist oder aufwendige Umbauarbeiten vermieden werden sollen? Was viele nicht wissen: Auch für diese Fälle gibt es eine bewährte Lösung, die ganz ohne starre, störende Türanschläge auskommt: die Magnet-Nullschwelle für die Sanierung mit beweglichen Dichtungen. Sie lässt sich direkt auf den Estrich oder den fertigen Boden aufsetzen – schnell, sauber und wesentlich ergonomischer als der starre Türanschlag. Dieses spezielle Renovierungsprofil verfügt ebenfalls über eine integrierte Entwässerung, jedoch in deutlich flacherer Ausführung. Trotz der geringen Aufbauhöhe erreicht das System in Kombination mit dem Profil VEKA SL 82 eine offiziell geprüfte Schlagregendichtheit der Klasse 9A gemäß DIN EN 12208.
Ein Praxisbeispiel, das Mut macht

Mit einer baulichen Maßnahme im Jahr 2018 hat das Pflegezentrum Bürgerheim Nördlingen, eine Einrichtung der Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime gKU, den Alltag und das Wohlbefinden seiner Bewohnerinnen und Bewohner spürbar verbessert. Die Einrichtung liegt im Herzen der historischen Altstadt von Nördlingen in Bayern und bietet insgesamt 81 Pflegeplätze, die sich auf zwei miteinander verbundene Häuser und drei Wohnbereiche verteilen. Ergänzt wird das Angebot durch 11 Wohnungen in einer seniorenintegrierten Wohngemeinschaft. In einem der beiden Gebäude aus dem Jahr 1978 befinden sich im Erdgeschoss vier Einzelzimmer mit jeweils einem direkten Zugang zur eigenen Terrasse. Die vorhandenen Terrassentüren zu diesen Freisitzen mussten aufgrund ihres Alters und zunehmender Undichtheit erneuert werden. Die ursprünglichen Türanlagen waren mit einem rund 2 cm hohen Türanschlag ausgestattet. Da diese Barriere von den Bewohnern nur sehr schwer, mit hohem Risiko oder gar nicht selbstständig überwunden werden konnte, setzte sich die Einrichtung zum Ziel, durch den Austausch der Terrassentüren den bestmöglichen Übergang von innen nach außen für die Nutzenden zu schaffen. „Wenn es heute Lösungen gibt, mit denen sich solche gravierenden Barrieren und Sturzgefahren für ältere Menschen vermeiden lassen, dann wollen wir diese auch für unsere Bewohner umsetzen“, betont Waltraud Dollmann, Einrichtungsleitung des Pflegezentrums Bürgerheim Nördlingen.
Einbau mit Nullschwellen-Erfahrung

Der Auftrag an den Türen- und Fensterbauer lautete daher, die neuen Terrassentüren mit einer Lösung ohne hinderlichen und gefährlichen Türanschlag auszuführen. Beauftragt wurde die Schreinerei G. Sauber aus dem bayerischen Auhausen, ein Familienbetrieb mit fast 200 Jahren Firmengeschichte, in dem die Erfüllung individueller Kundenwünsche seit jeher an erster Stelle steht. „Wenn es eine Lösung für den Wunsch meiner Kunden gibt, dann sollen sie diese auch bekommen“, sagt Firmeninhaber Gerhard Sauber. Mit dieser gelebten Kundenorientierung erkannte er früh den Bedarf an türanschlagfreien Übergängen. „Schon seit 2008 bauen wir barrierefreie Magnet-Nullschwellen ein und haben seither nur gute Erfahrungen damit gemacht“, freut sich Sauber. Dank dieses frühen Einstiegs gehört das Unternehmen zu den Vorreitern auf diesem Gebiet und kann auf über 17 Jahre Erfahrung mit Nullschwellen an Außentüren zurückblicken.
Für die zu erneuernden Terrassentüren im Pflegezentrum Bürgerheim Nördlingen war ein Bodeneinstand nicht realisierbar. Deshalb empfahl die Schreinerei G. Sauber den Einsatz der Magnet-Nullschwelle speziell für Renovierungsvorhaben. „Diese Lösung vermeidet aufwändige bauliche Eingriffe im und unterhalb des Fußbodenbereichs, da sie einfach auf den vorhandenen Estrich aufgesetzt werden kann“, erklärt Schreinermeister Gerhard Sauber.
Die Bauwerksabdichtung

„Die neuen Holzterrassentüren wurden zusammen mit der Magnet-Nullschwelle für die Sanierung in unserer Schreinerei gefertigt“, berichtet Gerhard Sauber. „Für die Bauwerksabdichtung haben wir bereits in der Werkstatt – direkt nach der Fertigstellung – an der Unterseite des Bodenprofils der speziellen Renovierungs-Nullschwelle ein EPDM-Band mit EPDM-Kleber angebracht.“ Anschließend wurden die Fenstertüren, inklusive des speziellen Sanierungsprofils und der bereits in der Werkstatt angebrachten Bauwerksabdichtung, zur Baustelle transportiert und vor Ort eingebaut. „Die EPDM-Bänder an den Terrassentüren haben wir dann direkt auf der Baustelle mit einem EPDM-Kleber dauerhaft mit dem Bauwerk verbunden. Diese Bauwerksabdichtung ist seit dem Einbau 2018 zuverlässig dicht“, erklärt Sauber. Ein großer Vorteil der verwendeten EPDM-Bänder und des EPDM-Klebers sei, dass sie auch bei Wasserkontakt dauerhaft funktionsfähig bleiben und nicht beschädigt werden. „Und die Sanierungsprofile mit den beweglichen Magnetdichtungen funktionieren ebenfalls bis heute einwandfrei ganz ohne störende Türanschläge“, betont der Firmeninhaber.
Auch Roland Karl von der Haustechnik im Pflegezentrum Bürgerheim Nördlingen ist von der türanschlaglosen Lösung für den Altbau begeistert: „Ich finde die Übergänge sehr gut und seit ich hier im Haus arbeite, gibt es keinerlei Probleme mit diesem speziellen Renovierungsprofil ohne Bodeneinstand und ohne Türanschlag. Eine tolle Sache“, lobt Karl.
Höchste Kundenzufriedenheit

Für die Einrichtungsleitung Waltraud Dollmann steht schon heute fest: „Wenn in Zukunft weitere Türen in Bewohnerzimmern, die ebenfalls auf eine Terrasse führen, erneuert werden müssen, werden wir wieder auf dieses spezielle Renovierungsprofil mit den beweglichen Magnet-Dichtungen zurückgreifen. Wir sind sehr zufrieden und vor allem für die Bewohner bedeutet es einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität“, so Dollmann.
„Fast alle Rollstuhlnutzer konnten die rund 2 cm hohen Türschwellen vorher überhaupt nicht selbstständig überwinden. Der Rollstuhl musste zum Überfahren angehoben werden, und dafür fehlte den meisten Heimbewohnern schlicht die Kraft“, berichtet Karin Ferner, Mitarbeiterin im Bereich Pflege. Auch sie selbst empfindet Türschwellen als großes Hindernis: „An Türschwellen kann jeder schnell hängenbleiben – zum Beispiel auch jüngere Menschen mit Hausschuhen oder barfuß. Das ist schmerzhaft und kann leicht zu folgenschweren Stürzen führen.“

Emilie Nink lebt in einem der Einzelzimmer, in das 2018 eine der neuen Terrassentüren eingebaut wurde. „Bei dem rund 2 cm hohen Türanschlag zuvor musste ich meinen Rollator immer anheben. Dabei ist mir oft das Essen heruntergefallen“, berichtet die Nutzerin, die ihre Mahlzeiten gern auf der Terrasse einnimmt. „Ich hole mir zum Beispiel das Frühstück aus dem Speisesaal und fahre es auf der Ablagefläche meines Rollators auf die Terrasse. Mit dem neuen Übergang ohne Türanschlag kann ich nun problemlos hinausfahren, ohne dass mir etwas herunterfällt.“ Auch ihre Mitbewohner, die einen Rollstuhl nutzen, profitieren: „Jetzt können sie selbstständig auf meine Terrasse fahren“, erzählt Emilie Nink. Früher sei es für die Rollstuhlschieber sehr mühsam gewesen: „Bei den alten Türen mussten erst die Vorderräder und dann auch noch die Hinterräder mühsam über die 2 cm hohe Schwelle gehoben werden. Diese ganzen Mühen und Ärgernisse sind nun endlich vorbei.“
Text: Ulrike Jocham, Frau Nullschwelle®