Sichere Raumgestaltung für alle

CAREkonkret

Sichere Raumgestaltung für alle von Ulrike Jocham ist in CAREkonkret Ausgabe 24/2017 vom 14.06.13 erschienen. Nullschwellen sind längst nachhaltig dicht und systemsicher möglich und als bauseitige Sturzprävention insbesondere in Pflegeimmobilien unverzichtbar!

BeneVit hat für alle Pflegeheimgebäude den Standard der absoluten Schwellenfreiheit selbst bei Außentüren eingeführt. Die schwellenlosen Dichtungen überzeugten auch die Jury des ALTENPFLEGE Innovationspreises 2013.

Die BeneVit-Gruppe aus dem süddeutschen Mössingen nimmt bewusst neue Blickwinkel ein und kommt dadurch zu besseren Ergebnissen ihrer Angebote. Es entstehen beispielsweise Gebäude mit Raumausstattungen, die das Ziel haben, die Bedürfnisse von älteren Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Neben der Förderung von Selbstständigkeit, Lebensqualität und Sicherheit für die Kunden des auf Altenpflege spezialisierten Dienstleistungsunternehmens erhält auch das Pflegepersonal räumliche Rahmenbedingungen, die den Arbeitsalltag erleichtern. Seit 2007 hat BeneVit für alle Pflegeheimgebäude den Standard der absoluten Schwellenfreiheit selbst bei Außentüren eingeführt.

„Bevor ein Pflegeheim von uns eröffnet wird, wohnt ein Teil der Belegschaft zwei Wochen zur Probe in dem neu errichteten Gebäude“, berichtet Claudia Kanz, Architektin und Tochter des BeneVit-Geschäftsführers Kaspar Pfister. Das Unter- nehmen hat seit 2006 17 Pflegeheime mit insgesamt 1 121 Pflegeplätzen in vier Bundesländern nach dem Hausgemeinschaftskonzept eröffnet. Bereits beim Probewohnen des zweiten Pflegeheimneubaus ist ihrem Vater die Barriere der zwei Zentimeter hohen Türschwellen bei den Außentüren aufgefallen. „Auch ich habe es nicht geschafft, im Rollstuhl sitzend über diese Barriere zu fahren.“, so Kanz.

Für die Geschäftsführung war klar: „Wir benötigen Außentüren, die schwellenfrei sind!“ Pfister testete daraufhin gemeinsam mit dem beauftragten Architekten Norbert Saur die Zwei-Zentimeter-Schwellen bei den Terrassentüren als im Rollstuhl sitzende und als rollstuhlschiebende Personen. Saurs Bilanz des Praxistests: „Diese kleinen Schwellen stellen ein beachtliches Hindernis und eine große Stolpergefahr dar. Gerade in Heimen für ältere Menschen müssen diese verhindert werden!“

Patentierte Lösung kommt an

Bei der Suche nach einer Lösung, stieß der Architekt auf die Alumat- Frey GmbH aus Kaufbeuren und deren innovative Magnet-Doppeldichtung. Firmengründer Harry Frey hat bereits vor 15 Jahren eine zuverlässige Außentürdichtung ohne Türschwelle erfunden. Hierfür brachte er authentische Entwicklungshintergründe mit. Eine Beinverletzung, infolge derer Frey über eine Schwelle gestolpert und gestürzt war, inspirierte ihn, eine sichere Türdichtung ohne Stolperfalle zu entwickeln. Seine Erfindung überzeugt seitdem einen kontinuierlich wachsenden Kundenkreis. Als Patentinhaber ist er der einzige Anbieter dieser schwellenfreien Magnet-Doppeldichtung, die eine geprüfte Schlagregendichtigkeit bis zu einer Geschosshöhe von 100 Metern bietet.

„Technisch hat uns die Alumat-Lösung als schwellenfreie Türdichtung überzeugt“, berichtet Benjamin Röhrborn, Niederlassungsleiter von formart Seniorenimmobilien, ein Tochterunternehmen der Hochtief Solutions AG. Als Bauherr und Investor war dieses Unternehmen ein wichtiger Entscheidungsträger für den neuen Ausstattungsstandard im Jahr 2007. Die zielgruppenorientierte Investition bringe einen großen Mehrwert für die Nutzer, betont Röhrborn.

Nach mittlerweile sechs Jahren Erfahrung weiß Architekt Saur: „Wenn die Magnet-Doppeldichtung richtig eingebaut ist, stellt sie eine technische Top-Lösung dar.“ Allerdings könnten unter anderem Handwerksbetriebe, die sich weigern diese Lösung einzubauen, oder unklar formulierte Normen die Umsetzung erschweren, so der Architekt. Saur stellt in seinen Planungen den Mensch in den Vordergrund: „Die demografische Entwicklung fordert von Architekten ein Umdenken und eine Architektur, die allen Lebensphasen gerecht wird. Deshalb empfehle ich die schwellenfreie Türdichtung auch jüngeren Bauherren und Familien.“

Richtlinien noch unklar

Da beim barrierefreien Bauen die entsprechenden DIN-Normen barrierefreie und schwellenfreie Außentüren nicht eindeutig gleich definieren, empfiehlt der Immobilienrechtsexperte Dr. Stefan Voß von der Rechtsanwaltskanzlei CMS Hasche Sigle: „Wenn beispielsweise Betreibergesellschaften von Pflegeheimen oder andere Immobiliennutzer und -käufer auf tatsächlich schwellenfreie Übergänge nicht verzichten möchten, sollte im Kauf- oder Pachtvertrag auf eine eindeutige Formulierung unter Nennung des gewünschten Produktnamens oder eines gleichwertigen Produkts geachtet werden. Barriere- bzw. Schwellenfreiheit bei Außentüren ist derzeit in den gängigen Normen und Richtlinien nicht ausreichend definiert.“

Die patentierte „Nullschwellendichtung“ für Außentüren hat dieses Jahr beim universal design award (www.ud-germany.de) überzeugt und sowohl den universal design award 2013 als auch den consumer favorite 2013 gewonnen.

Text: Ulrike Jocham

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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