Erfahrene Pflegekraft fordert Schwellenrückbau

Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Hoffmeister-Kraut,

das Schreiben, das die Ministerialdirigentin Kristin Keßler am 04.10.17 an Frau Ulrike Jocham gesendet hat, erstaunt mich als erfahrene Pflegekraft eines Klinikums hier in BW sehr! Von Frau Ulrike Jocham habe ich erfahren, dass im neuen Betreuten Wohnen der AWO Freiburg-Weinburg an den Zugängen zu den Balkonen überall zwischen 1 – 2 cm hohe Türschwellen eingebaut wurden. Weshalb werden bis heute neue Seniorenwohnungen wie diese mit gefährlichen Türschwellen ausgestattet, obwohl Nullschwellen längst möglich sind? Warum fördert das Wirtschaftsministerium laut einem Bericht der Badischen Zeitung so etwas auch noch? Der Runderlass vom 16.12.14 schreibt doch Nullschwellen vor und erklärt bis zu 2 cm hohe Schwellen als unzulässig!

0,5 – 2 cm Schwellenhöhe funktioniert für ältere Menschen und für Menschen mit Behinderung überhaupt nicht. Das ist allein schon wegen der Sturzgefahr sehr gefährlich! Pflegekräfte sind doch verantwortlich und zuständig für das Wohl von den älteren Menschen, die sie pflegen. 0,5 – 2 cm hohe Türschwellen sind schlecht für die Senioren und schlecht für mich als Pflegekraft. Die älteren Menschen brauchen mehr Kraft um diese Barrieren zu überwinden und ich als Pflegekraft auch. Vor allem besteht die große Gefahr, dass ein Patient stürzt während ich ihm helfe. Dann bin ich schuld?! Und es kann passieren, dass dabei nicht nur der ältere Mensch sondern auch ich als Pflegekraft stürze! Bitte sorgen Sie dafür, dass diese Schwellen zurückgebaut werden. Derartige Gefahren haben im Neubau von Seniorenwohnungen wie der AWO in Freiburg-Weingarten nichts zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen
Eleni Palamouti

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