Innovations- und inklusionshemmende Strukturen durch Normen

Es wird höchste Zeit innovations- und inklusions-hemmende Strukturen durch Normen genauer zu betrachten. Bereits seit 2009 müssten zahlreiche DIN-Normen im Sinne des Universal Designs nach dem Gesetz zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung angepasst werden. Aber auch der Pflegenotstand und der demografische Wandel verlangen die Anpassung von Normen und Richtlinien, die den Bau von Türschwellen grundlos fördern. Nullschwellen sind seit über 20 Jahren technisch gelöst.

Türschwellen hingegen, egal ob 1 cm oder 15 cm hoch, wirken über Jahrzehnte und teilweise sogar über Jahrhunderte hinweg schädlich. Das bekommt selbst der 264. Nachfolger des Apostel Petrus im Vatikan in Rom aktuell zu spüren. Laut „Der Spiegel“ ist der Heilige Vater Joseph Ratzinger mittlerweile 91 Jahre alt und auf einen Rollator angewiesen. Die Gespenster des Vatikans können vielleicht über Türschwellen schweben, der emeritierte Papst hingegen trotz göttlicher Unterstützung nicht: „Auf dem Weg zur Morgenandacht hat er Mühe, mit seinem Rollator über die einen Zentimeter hohe Schwelle der Hauskapelle zu kommen.“ (Der Spiegel, „Die Gespenster des Vatikans“, 21. Ausgabe 2017, „Im Namen Gottes“, Seite 12) Derartige Schwellen-Ärgernisse erlebt täglich nicht nur ein Papst in Rente, sondern eine steigende Zahl älterer Menschen. Türschwellen als Sturzgefahren, Barrieren und unüberwindbare Hindernisse passen längst nicht mehr zu einer älter werdenden Gesellschaft. Einmal eingebaut, verursachen sie Kosten: Kosten für Pflegekräfte, die beim Überwinden der Schwellen helfen müssen. Kosten für die Versorgung nach Stürzen und dem häufig daraus folgenden höheren Pflegegrad. Auch zum Ansatz des Ambient Assisted Living (AAL) oder einfach übersetzt „alltagstaugliche Assistenzlösungen für ein selbstbestimmtes Leben“, bei dem unter anderem mit neuen oft kostenintensiven Technologien das selbstständige Wohnen und Leben von Menschen mit verschiedenen Einschränkungen unterstützt werden soll, stehen die Kosten, die selbstständigkeitseinschränkende Türschwellen erzeugen, im krassen Widerspruch dazu.

Lesen Sie mehr dazu in meinen neuen Artikel in der aktuellen Freiräume 2018 – 2010: Jocham_Freiraume_2018_2020

Mehr zur Fachzeitschrift Freiräume gibt es hier

Werden im Neubau technisch überholte Türschwellen eingebaut, wird der Neubau gleich zum überholten Altbau, der nur sehr kostenintensiv demografietauglich angepasst werden kann. In diesem aktuellen Artikel aus dem Seniorenheimmagazin können Sie drei Rückbaubeispiele von gefährlichen Türschwellen bzw. die flachste technische und gleichzeitig dichteste Lösung von verschiedenen Renovierungsmaßnahmen kennen lernen: Jocham_Seniorenheimmagazin_2018 – 2020

 

 

 

 

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht Pflichtfelder sind markiert *

*

%d Bloggern gefällt das: