Eine Bitte um Hilfe an Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Irene Ehret hat heute direkt eine Bitte um Hilfe an Ministerpräsident Winfried Kretschmann gesendet, nachdem die bereits veröffentlichte Beschlussempfehlung vom Landtag Baden-Württemberg Barrieren in Betreuten Wohnanlagen erlauben solle und die bereits veröffentlichte Stellungnahme vom Arbeitsausschuss der DIN 18040, die bereits 2013 in der Fachzeitschrift BEHINDERTE MENSCHEN in einem Artikel von mir veröffentlicht wurde, in dieser Beschlussempfehlung keine Beachtung findet. Dank der Vorsitzenden des Petitionsausschusses im Landtag Baden-Württemberg wird diese Beschlussempfehlung aktuell nochmals geprüft.

Folgende E-Mail hat Irene Ehret heute an den Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann gesendet:

Sehr geehrter Herr Kretschmann,

ich brauche dringend Ihre Hilfe und Unterstützung im Namen vieler Betroffener.

Laut einer Beschlussempfehlung (Petition 16/2100 betr. Beachtung von Gesetzen und Vorschriften im Bereich Nullschwelle) sollen 2 cm – Schwellen in jedem Gebäude, eingebaut werden dürfen, da diese angeblich kein Hindernis darstellen.

Das stimmt nicht!

Für alte Menschen bedeutet diese Schwelle im besten Falle eine lange Leidenszeit, bis der Bruch wieder verheilt ist, und im schlechtesten Falle den Tod. Für behinderte Menschen wie mich, sind 2 cm so schlimm wie 20 cm, also unüberwindbar.

Ich habe eine junge Frau gesehen, die mit ihrem Buggy gegen eine solche Stufe gestoßen und daraufhin das Kind herausgefallen ist. Nur das schnelle Zugreifen der Frau hat verhindert, dass das Kind auf dem harten Boden aufgeschlagen ist.

In Geislingen-Altenstadt steht ein Ärztehaus mit Bäckerei und Café.

In dieses Café kommt man ohne Schwellen hinein. Während alte und kranke Leute über eine Schwelle in das Ärztehaus müssen. So etwas ist unbegreiflich.

Zu meinem Entsetzen habe ich vernommen, dass ein Gebäude in Freiburg mit diesen Schwellen mit 4,4 Millionen Euro subventioniert worden ist.

Bereits in der UN-Konvention aus dem Jahre 2009 ist gesetzlich verankert, dass alle Menschen die gleiche Möglichkeit der Teilhabe haben sollen. Das geht aber nicht mit noch so „niedrigen“ Schwellen.

Ich bin eine Ihrer überzeugten Wählerinnen. Einer der Gründe ist für mich, dass ich Sie für einen Mann halte, der Missstände mit all seiner Kraft aus dem Weg räumt. Bitte tun Sie ihr Bestes, um diese unsägliche Sache abzuschaffen.

Voller Hoffnung und Erwartung verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Irene Ehret

Weitere Unterstützung für die Nullschwellen-Petition

Selbst dem Arbeitsausschuss der DIN 18040 ist längstens klar, dass nur 0 cm hohe Türschwellen barrierefrei sind. Für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen können 1 - 2 cm hohe Schwellen auch eine zugemauerte Türe darstellen, sie kommen einfach nicht darüber.

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