Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt

Ein norddeutscher Leuchtturm mit Nullschwellen an allen AußentürenEin norddeutsches Leuchtturm-Projekt mit Nullschwellen an allen Außentüren

Der folgende Artikel von Ulrike Jocham über eine Tourismus-Immobilie ist in der GLASWELT, Ausgabe 02/2022 erschienen. Das besondere an diesem Gebäude sind seine Nullschwellen an allen Eingangstüren und an allen Fenstertüren. Sie belegen absolute Dichtheit im höchsten Wind- und Schlagregenbelastungsgebiet in Deutschland.

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt – Eine neue interdisziplinäre und kooperative Planungs- und Ausführungsweise lohnt sich! 

„Der Bastian26 ist das nachhaltigste Haus auf der Ferieninsel Sylt ohne Heizung“, erklärt der Bauherr Udo Kotzke. Es ist eine inklusive Tourismus-Immobilie aus nachhaltigen Baustoffen und einer neuen Wohlfühl-Athmosphäre. „Von Anfang an war klar, dass alle Außentüren mit barrierefreien Nullschwellen ausgestattet werden“, berichtet der Bauherr, der u.a. als 1. Vorsitzender der Lebenshilfe Inseln Amrum Föhr Sylt e.V. tätig ist. Das habe kein Projektpartner des interdisziplinären Projektteams mit ergänzenden Professionen aus Baubiologie, Landschaftsenergetik, effiziente Gebäudetechnik, Feng-Shui und Inklusion in Frage gestellt. Diese Konsequenz von allen Beteiligten lässt erstaunen, denn der Bastian26 steht auf Sylt, in der höchsten Windlastzone mit der höchsten Schlagregenbelastung. „An allen barrierefreien Magnet-Nullschwellen ist bis heute kein Tropfen Wasser durchgedrungen, sie haben alle Nordseestürme problemlos gemeistert“, berichtet Kotzke.

Der Bastian26, eine nachhaltige Tourismus-Immobilie auf Sylt mit einem neuen Wohlfühl-Charakter mit Holz, Inklusionszielen, Feng Shui und barrierefreien Nullschwellen an allen Außentüren. Foto: immofoto-sylt.de

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt – Eine Innovation

Im Bastian26 gibt es insgesamt drei Wohnungen. Eine Dauerwohnung und zwei Ferienwohnungen, wovon eine „barrierearm“ gestaltet ist. Udo Kotzke hat in der neuartigen multiprofessionellen Zusammenarbeit die Profession Inklusion vertreten. „Ich habe meine Erfahrungen aus der Behindertenhilfe eingebracht, mit dem Ziel, dass viele Menschen mit allen „Behinderungsbildern“ in allen drei Wohnungen teilhaben können“, erklärt der zukunftsorientierte Bauherr. Barrierefreie Nullschwellen seien hierbei das wichtigste Element gewesen: „Was nützen Immobilien, die von vielen nicht genutzt werden können, weil bereits bei den Eingangstüren 1 – 2 cm hohe Türschwellen den Zugang verwehren?“ Aber auch für alle anderen Menschen würden Nullschwellen ohne Ecken und Kanten einen Mehrwert darstellen, für Kinderwagen-Nutzer genauso wie für Erwachsene, egal ob fit, verschlafen oder in Partystimmung.

Interdisziplinarität und Kooperation

Der Bastian26 zeige laut Kotzke, was mit Interdisziplinarität und Kooperation ohne Konkurrenz untereinander alles erreicht werden kann. „Jedes einzelne Gewerk konnte von den anderen Projektpartnern profitieren.“ Dank der Feng-Shui Beratung sei z.B. eine einzigartig positive Wohlfühl-Energie im Bauwerk entstanden, die sich bereits auf der Baustelle bemerkbar machte. „Beim Bau gab es nie Streit, viele sind sogar länger geblieben, um einfach mit den anderen zu „schnacken“, erzählt der zuständige Projektleiter Markus Bartels von der Mojen Bauregie aus Hollenstedt. Trotzdem sei laut Kotzke der Bauzeitenplan nahezu eingehalten worden. Der Projektpartner und Generalunternehmer Mojen konnte u.a. von den barrierefreien Nullschwellen profitieren. „Seit dem Bastian26 bauen wir nur noch Gebäude mit den Magnet-Nullschwellen. Sie sind absolut dicht und wir sind hoch zufrieden“, sagt Projektleiter Bartels. Und aus Kundensicht seien diese für alle besser, auch für junge Familien.

Ein Norddeutsches Leuchtturm-Projekt und seine Nullschwellen

Alle Außentüren im Bastian26 verfügen über Nullschwellen. Foto: Udo Kotzke

Schröder macht es möglich

„Sobald ein Bauherr wie beim Bastian26 barrierefreie Eingangs- und Fenstertüren wünscht, setzen wir dies um“, erklärt Jörg Elmers von der Tischlerei Schröder aus Ahlerstedt-Ottendorf. „Die Magnet-Nullschwelle bauen wir seit 2016 bei uns auf dem Festland erfolgreich ein.“ Für den Sylter Bauherren habe das Handwerksunternehmen dann nur noch beim Hersteller erfragt, ob der Einsatz der Magnet-Nullschwelle auch auf einer norddeutschen Insel machbar sei. „Nach einem klaren Ja von ALUMAT und höchsten Dichteklassifizierungen für Schlagregendichtheit nach DIN EN 12208 selbst an 2-flügligen Holz-Stulptüren, haben wir mit der Herstellung von 23 Magnet-Nullschwellen-Außentüren begonnen.“ Insgesamt vier Eingangstüren und zehn 1-flüglige Fenstertüren sowie neun 2-flüglige Fenstertüren seien mit dieser Nullschwellen-Technik ausgestattet worden. „Selbst an den 2-flügligen Stulptüren, die direkt bewittert werden, sei alles dicht. Die Magnet-Nullschwelle ist eine super Sache für barrierefreie Lösungen, mir ist nichts Besseres bekannt. Sie ist total ausgereift und sehr gut zu verarbeiten“, so Elmers.

Neue Kundenorientierung generationenübergreifend

Der Generalunternehmer Mojen freut sich über das neue Innovationspotential. „Als die Tischlerei Schröder die schwellenfreie Magnet-Nullschwelle ins Spiel gebracht hat, waren wir sofort bereit, diese als Lösung für den Bauherrenwunsch anzuwenden“, erklärt der Projektleiter Markus Bartels. Nur wer sich weiter entwickle, komme voran. „Tolle Produkte, die entworfen wurden und funktionieren, wollen wir zum Vorteil für unsere Kunden nutzen“, so Bartels.

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt: Nullschwellen und Feng Shui

Nullschwellen verbessern auch die Feng Shui-Planung von Gebäuden und Wohnungen. Foto: Udo Kotzke

Nullschwellen und Feng-Shui

Dieses grundsätzliche Verbesserungspotential durch Nullschwellen sieht auch Reinhold Andresen. Als diplomierter Feng-Shui Berater und Schüler des chinesischen Grandmasters Yes T. Lim war er verantwortlich für die Feng-Shui Planung im Projekt Bastian26. Hier sei es gelungen, einen positiven und gleichmäßigen Energiefluss in allen Räumen und Freisitzen zu erzeugen. „Dies ist eins der Ziele von Feng-Shui“, erklärt Andresen. Türschwellen hätten diesen Energiefluss u. U. gestört. „Durch das Weglassen von Türschwellen geht man einfach fließender in den Raum hinein.“ Dies ist bei Kleinkindern und älteren Menschen sehr leicht zu beobachten. Bei Türschwellen hingegen könne jeder hängen bleiben, auch mit einem Kinderwagen. „Da gibt es leicht mal einen Ruck im Fluss und die ursprüngliche Bedeutung von Türschwellen hat in der heutigen Zeit kaum noch eine Relevanz.“

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt: Nullschwellen-Planung bereits in der Entwrurfsphase erforderlich

Nullschwellen an Außentüren erfordern eine fachgerechte Planung bereits ein der Entwurfsphase. Foto: Udo Kotzke

Berücksichtigung von Beginn an notwendig

Beim Bastian26 wurden die barrierefreien Zugangswege und die barrierefreien Nullschwellen an den Eingangs- und an den Terrassen- und Balkontüren bereits beim Entwurf berücksichtigt. Dies hat das Architekturbüro Volquardsen aus Sylt ermöglicht. „Die Höhe des Fertigfußboden im Erdgeschoss innen musste so festgelegt werden, dass das Wasser auf der niveaugleich angrenzenden Geländeoberfläche außen mit einer ausreichenden Neigung weg vom Gebäude geleitet wird und gleichzeitig die begrenzten Steigungen innerhalb des barrierefreien Bauens auf den Wegen, die zum Gebäude führen, nicht überschritten werden“, erklärt die verantwortliche Architektin Birte Welling-Volquardsen.

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt_Nullschwelle ohne zusätzliche Rinne im Bastian26 auf Sylt

„Ohne eigenen Erfahren kann sich Barrierefreiheit niemand vorstellen. Bei Nullschwellen an Außentüren ohne hinderlichen Türanschlag ist es allerdings sehr einfach. Diese können von allen Menschen mit allen Behinderungsbildern genutzt werden. 1 – 2 cm hohe Türschwellen hingegen stellen für viele Menschen mit Behinderung eine zugemauerte Tür dar“, erklärt der Werkstattleiter der Sylter Werkstätten, Michael Pade. Foto: Udo Kotzke

Die Bedeutung von Schwellenlosigkeit und barrierefreien Nullschwellen, konnte die Architektin bei der Planung des neuen Gebäudes von den Sylter Werkstätten bereits vor ca. 10 Jahren erleben. Der verantwortliche Werkstattleiter habe ihr vor dem damaligen Planungsbeginn eine wertvolle Bewusstseinserweiterung ermöglicht, die ihr nun auch beim Entwurf vom Bastian26 zugutekam. „Sie müssen erleben, was wir brauchen“, sagte der Werksattleiter Michael Pade schon damals. „Daraufhin haben wir einen Tag am Werkstattleben teilgenommen und konnten u.a. erleben, weshalb selbst kleine Türschwellen so ein großes Thema sind“, berichtet Welling-Volquardsen. Viele Menschen mit Behinderung könnten z.B. ihre Füße nicht ausreichend anheben und seien deshalb bei jeder Türnutzung auch mit kleinen 1 – 2 cm hohen Türschwellen massiv sturzgefährdet, einige könnten derartige Barrieren überhaupt nicht überwinden. „Das ist gut, dass einem das bewusst wird! Diese Art von interdisziplinärer Weiterbildung wünsche ich mir für die ganze Architektenschaft und für die ganze Bauherrenschaft“, betont die Architektin. Interdisziplinarität ist für Welling-Volquardsen das Zauberwort der Zukunft. Die barrierefreie Lösung mit der Magnet-Nullschwelle, die eine weitreichende disziplinübergreifende Verbesserung für alle darstellt, hat auch Welling-Volquardsen überzeugt. Diese Nullschwellen-Technik funktioniere einwandfrei, selbst in der stärksten Windlastzone 4.

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt – Text: Ulrike Jocham, Frau Nullschwelle®

 

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt: Der Bastian26 – eine Kurzübersicht:

  • Baubeginn 2020, Fertigstellung Mitte 2021
  • keine herkömmliche Heizung, benötigte Energie wird mit Photovoltaik-Anlage gewonnen
  • Vollholzhaus aus Mondholz, Bauweise Holz 100 von Thoma
  • interdisziplinäre Planungen mit Feng-Shui, Baubiologie, Nachhaltigkeit, effiziente Gebäudetechnik und inklusiv Gestalten
  • Umweltschutz, ressourcenschonendes Bauen, menschliches Wohlfühlen, Gesundheit und Teilhabe von allen Menschen stehen hier im Fokus
  • Ferienwohnungen auch für möglichst viele Menschen mit Behinderung nutzbar
  • Nullschwellen an allen Außentüren

 

Ein norddeutsches Leuchtturm-Projekt von Ulrike Jocham, Frau Nullschwelle®, ist in der Glaswelt Ausgabe 02/2022 erstmals erschienen. Dieser Artikel ist unter folgendem Link einsehbar: https://service.gentnerverlag.de/download/pdf/gw/Leucht-p.pdf 

 

Weiterführende Informationen über interdisziplinäre Nullschwellen-Einbau-Untersuchungen in verschiedenen Gebäuden und in verschiedenen Belastungszonen gibt es in diesem Blogbeitrag unter den weiterführenden Verlinkungen.

 

 

 

 

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