Die Nullschwellen-Stellungnahme

Die bedeutende Nullschwellen-Stellungnahme aus der Fachzeitschrift Behinderte Menschen vom Arbeitsausschuss der DIN 18040 aus 2013, entstanden durch eine Anfrage beim DIN e.V. von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle

Diese bedeutende Nullschwellen-Stellungnahme hat bereits 2013 klargestellt, dass beim barrierefreien Bauen nach der DIN 18040 bundesweit Nullschwellen gefordert sind. Als interdisziplinäre Bausachverständige für Barrierefreiheit, Universal Design, Inklusion und Nullschwellen untersuche ich seit über 14 Jahren Nullschwellen und kenne Nullschwellen-Techniken, die seit über 20 Jahren bei fachgerechtem Einbau systemischer abdichten.

Die Nullschwellen-Stellungnahme: Allerspätestens seit Herbst 2013 ist durch die Nullschwellen-Stellungnahme vom Arbeitsausschuss der DIN 18040 bundesweit mehr als klar, dass 1 – 2 cm hohe Türschwellen innerhalb des barrierefreien Bauens unzulässig sind. Jede Tür, die die Anforderungen der DIN 18040 Teil 1 oder 2 erfüllen muss, ist mit einer Nullschwelle auszustatten!!! Das ist in jedem Bundesland anders, allerdings ist eines klar: es sind bundesweit sehr, sehr viele.

Die Entstehung der Nullschwellen-Stellungnahme

Im Sommer 2013 war ich echt sauer. Bis dahin konnte ich viele Menschen mit Behinderung, ältere Menschen und pflegende Angehörige kennen lernen, die eine Nullschwelle an ihren Außentüren haben wollten und die entweder keine bekamen oder nur unter großem Kampf . Obwohl ich bereits zu diesem Zeitpunkt zahlreiche gelungene Einbaubeispiele kannte, erzählten mir die Nullschwellen-Interessenten, dass Bauverantwortliche ihnen den Einbau verweigerten. U.a. haben Professionelle aus dem Baubereich behauptet, dass ohne Türanschlagschwelle Wasser hinein liefe. Schon damals wusste ich, dass dies bei einem fachgerechten Einbau von bewährten Nullschwellen-Lösungen nicht stimmt. Menschen mit Behinderung und älteren Menschen etwas zu verwehren, was sie unabdingbar brauchen, finde ich nicht in Ordnung. Im Sommer 2013 hat sich dann ein Vater bei mir gemeldet, der extra für seinen Sohn ein barrierefreie Haus bauen lies und bereits im Bauvertrag barrierefreie Türen – also Türen mit Nullschwellen – vereinbarte. Und was hat er bekommen? Gefährliche, ausgrenzende, unergonomische und unschöne Türanschlagschwellen, von denen ich wusste, dass sein Sohn sich tagtäglich über diese Barrieren jahrelang ärgern wird. „Jetzt reicht es“, dachte ich mir . Nicht nur Menschen mit Behinderung werden dadurch benachteiligt, auch ältere Menschen – für diese Zielgruppe stellen 1 – 2 cm hohe Schwellen eine große Sturzgefahr dar. Schon damals war klar, dass der Bau dieser Stolperfallen nicht zum Bedarf im Zeitalter des demografischem Wandels passt. Es musste dringend etwas geschehen!!!

Die Anfrage beim DIN e.V. mit anschließender Veröffentlichung

Das Problem lag insbesondere in den unklaren Formulierungen der DIN 18040 Teil 1 und 2, die schon damals von der Praxis nahezu überall als Grund für den Bau von technisch unbegründbaren Türschwellen verwendet wurden.  In Absprache mit der Fachzeitschrift BEHINDERTE MENSCHEN habe ich im Spätsommer 2013 eine Anfrage zur Klärung genau dieses Problems an das DIN e.V. versendet. Die Antwort war deutlich und klar: Nullschwellen sind der Regelfall innerhalb des barrierefreien Bauens. Diese bahnbrechende, einschneidende und bundesweit bedeutende Nullschwellen-Stellungnahme hat BEHINDERTE  MENSCHEN in einem Artikel von mir in der Ausgabe 4-5/2013 öffentlich gemacht.

Der Inhalt der Nullschwellen-Stellungnahme

Alle gefährlichen rund 1 – 2 cm hohen Stolpergefahren müssen technisch begründet werden können, und diese technischen Gründe gibt es insbesondere im Neubau längstens nicht mehr. Laut dem Arbeitsausschuss der DIN 18040 sind Nullschwellen der Regelfall und jede Türschwelle stellt einen absoluten Sonderfall dar, der technisch fundiert zu begründen ist. Dafür muss sogar ein Sachverständiger vor Ort kommen und die technische Notwendigkeit bezeugen. Dabei gilt es zu beachten, dass Sachverständige einen Sachverstand im Bereich Nullschwellen belegen können müssen – das neue Sachgebiet der Nullschwellen an Außentüren ist äußerst komplex! Und technische Gründe für die hinderlichen kleinen Türanschlagschwellen gibt es im Zeitalter von demografischem Wandel und Inklusion schon längst nicht mehr! (siehe meine zahlreichen Publikationen und meine disziplinübergreifenden Einbau-Untersuchungen)

Es bleibt spannend, bis heute sind selbst in neuen Pflegeimmobilien diese unzulässigen Sturzgefahren anzutreffen. Meist werden diese Sonderimmobilien trotzdem als barrierefrei beschrieben. Dabei weiß jeder, was alles passieren kann, wenn ältere Menschen stürzen. Auch für viele Menschen mit Behinderung sind diese unergonomischen Barrieren gebrauchsuntauglich und für zahlreiche pflegende Angehörige und Fachkräfte aus Pflege und Pädagogik stellen diese grundlos eine Arbeitserschwernis dar. Nach der DIN 18040 sind alle Türschwellen, die technisch nicht begründet werden können, unzulässig. Erste Nullschwellen-Lösungen gab es sogar für die herausfordernden sog. Fenstertüren, also den Terrassen- und Balkontüren, schon 1996 (für Drehflügel-Außentüren). Einblicke in die dafür verantwortlichen innovations- und inklusionshemmenden Strukturen und in die möglichen disziplinübergreifenden Lösungsansätze gibt es in meinen Nullschwellen-Seminaren.

Die Haftungsgefahr für Bauverantwortliche, egal ob Fensterbauer, Architekten, Bauträger, Projektentwickler uvw. steigt kontinuierlich. Müssen Außentürschwellen zurückgebaut werden, ist der Schaden immens. Fast immer müssen dafür ganze Türen erneuert und im Worstcase sogar Fußbodenhöhen ausgeglichen werden. Immer mehr Baurechtsbehörden räumen ein, dass Nullschwellen an Außentüren und sogar an Terrassen- und Balkontüren gefordert waren: https://www.die-frau-nullschwelle.de/ludwigsburger-kreiszeitung-stolperfallen-im-pflegeheim/

In der Fachzeitschrift behinderte menschen ist in Ausgabe 3-4/2013 in einem Artikel von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle die bedeutende und Türschwellen beendende Nullschwellen-Stellungnahme der Arbeitsausschusses der DIN 18040 erschienen.

In der Fachzeitschrift BEHINDERTE MENSCHEN Ausgabe 3-4/2013 ist in dem Artikel von Ulrike Jocham „Barrierefrei nicht immer barrierefrei“ die Türschwellen beendende Nullschwellen-Stellungnahme vom Arbeitsausschuss der DIN 18040 erschienen.

Die Nullschwellen-Stellungnahme gibt es hier!

Achtung: Selbst aktuelle Publikationen von Verbänden oder gar von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen führen die bedeutende Nullschwellen-Stellungnahme nicht auf. Hier ein Beispiel vom DStGB.

 

 

 

 

 

 

 

Bedeuten für Käufer einer neuen Pflegeimmobilie: Der bedeutende Nullschwellen-Runderlass der obersten Baurechtsbehörde BW, der nur entstanden ist, weil Ulrike Jocham, die Frau Nullschwelle über Jahre hinweg beharrlich am Ball geblieben ist

Der Nullschwellen-Runderlass der obersten Baurechtsbehörde Baden-Württemberg fordert neben der Nullschwellen-Stellungnahme von Arbeitsausschuss der DIN 18040 innerhalb der Barrierefreiheit klar und deutlich Nullschwellen. Demnach sind technisch überholte bis zu 2 cm hohe Anschlagsschwellen unzulässig.

 

2 Comments, RSS

  1. […] Allerspätestens seit 2013 ist klar, dass ein bis zwei Zentimeter hohe Türanschlagdichtungen innerhalb des barrierefreien Bauens unzulässig sind. Die bundesweit bedeutende Nullschwellen-Stellungnahme hat dies erreicht. Aufgrund der Anfrage von Ulrike Jocham, der Frau Nullschwelle, im Sommer 2013 an das DIN e.V. hat der Arbeitsausschuss der DIN 18040 endlich klargestellt, dass Nullschwellen innerhalb des barrierefreien Bauens konsequent umzusetzen sind und sogar den Regelfall darstellen. Die DIN 18040 gilt als anerkannte Regel der Technik, die zusätzlich bauordnungsrechtlich in fast allen Bundesländern eingeführt ist. Wer Nullschwellen an seiner Haustür und an seinen Terrassen- und Balkontüren möchte, braucht nur diese für Inklusion, Sturzprävention und Designqualität bahnbrechende Nullschwellen-Stellungnahme auf den Tisch legen, falls mangelhaft informierte Bauverantwortliche immer noch behaupten, sie müssten immer noch nach über 20 Jahren technisch gelösten Nullschwellen gefährliche, ausgrenzende und ästhetisch fragwürdige Türschwellen bauen. Die wichtige Nullschwellen-Stellungnahme mit Infos zur Entstehungsgeschichte kann unter diesem Link kostenfrei heruntergeladen werden:www.die-frau-nullschwelle.de […]

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