Barrierefreiheit im Mietspiegel

Eine technisch überholte 2 cm hohe Türschwelle mit Blick von innen. © Ulrike Jocham, die Frau Nullschwelle

Nullschwellen erhöhen den Immobilienwert! Bis heute gibt es fast überhaupt keine Wohnung, die Nullschwellen am Hauseingang, am Wohnungseingang und zur Terrasse bzw. zum Balkon vorweisen kann. Nahezu überall sind an Außentüren Türschwellen mit einer Höhe von rund 1 – 2 cm anzutreffen. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach sturzpräventiven Wohnungen, wird das geringe Angebot den Mehrwert beachtlich steigern.

Barrierefreiheit im Mietspiegel als qualitätserhöhendes Merkmal ist immer öfters zu finden. Dies könnte eine Stellschraube darstellen, damit endlich mehr barrierefreie Wohnungen gebaut werden. Allein aufgrund des demografischen Wandels ist längst bekannt, dass Wohnungen, die lebensphasenübergreifend genutzt werden können, dringend gebraucht werden. Bei immer mehr älteren Menschen, steigt die Nachfrage nach Wohnungen, die die Selbstständigkeit von Menschen mit Pflege- und Assistenzbedarf fördern. Bauliche Barrieren hingegen werden zunehmend zum Kostenfaktor auch für die Pflegeversicherung. Können Türschwellen nicht selbstständig überwunden werden, ist eine Assistenz notwendig, die kostet oder pflegende Angehörige belastet. Weisen Duschen Barrieren auf, werden Pflegefachkräfte wesentlich schneller notwendig. Und muss täglich ein Pflegedienst kommen, der durch eine bauliche Barrierefreiheit noch gar nicht notwendig wäre, entstehen ganz schnell unnötig hohe Kosten. Diese und zahlreiche weitere Gründe führen dazu, dass das vorhandene Angebot an tatsächlich barrierefreien Wohnungen die zunehmende Nachfrage nicht mehr erfüllen kann. Barrierefreiheit, Schwellenfreiheit, Universal Design und Nullschwellen werden allein dadurch zu wertstiftenden und werterhöhenden Merkmalen von Immobilien.

 

Einblicke in verschiedene Mietspiegel, die zumindest schon mal Begriffe wie „barrierearm“, „schwellenfrei“ oder „barrierefrei“ aufgenommen haben:

Mietspiegel Stadt Essen 2018 mit Begriff barrierearm mit Begriffen wie barrierearm

Mietspiegel Berlin 2019 mit Begriffen wie barrierearm und Schwellenfreiheit

Mietspiegel Dortmund 2017 mit Begriffen wie barrierefrei und Barrierefreiheit und Vergleiche aus Mietspiegel Dortmund 2015 und Mietspiegel Dortmund 2013

Mietspiegel Mühlheim an der Ruhr 2018 mit Begriffen wie barrierefrei und Barrierefreiheit und Vergleiche aus Mietspiegel Mühlheim an der Ruhr 2016 und Mietspiegel Mühlheim an der Ruhr 2014

Mietspiegel Konstanz 2017 mit Begriffen wie barrierefrei und Vergleiche aus Mietspiegel Konstanz 2015 und Mietspiegel Konstanz 2013

Mietspiegel Teltow 2018 mit Begriffen wie barrierefrei

In einem Artikel aus der Märkischen Allgemeinen zum Thema „Neuere und barrierefreie Wohnungen teurer“ ist zu lesen, dass laut dem Mietspiegel von Teltow 2018 weniger Barrieren in Wohnungen für höhere Mieten sorgen.

 

Trotz allem darf Barrierefreiheit kein ausgrenzender Luxus werden. Die UN-BRK fordert im Artikel 19, dass jeder entscheiden können muss, wie, wo und mit wem er oder sie wohnen möchte. Das geht nur mit entsprechend ausreichend Wohnungen auf dem Wohnungsmarkt, die konsequent Universal Design umsetzen. Inklusives und demografietaugliches Gestalten mit Kompetenzen aus allen beteiligten Professionen (Interdisziplinarität) ist gefragt.

Mehr Infos zu inklusiven und empowernden Wohnprojekten

Mehr Infos zu interdisziplinären Schulungen und Weiterbildungen für Architekten, Bauträger, Investoren, Immobienkäufer, Projektentwickler, Sachverständige, Handwerker, Bürgermeister, Träger aus der Alten- und Behindertenhilfe, Behindertenbeauftragte, Fachanwälte für Bau- und Architektenrecht, Richter, Verbände und Interessensvertretungen, Experten in eigener Sache uvm.

 

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht Pflichtfelder sind markiert *

*